Text: Jürgen Aichele, Friolzheim

  

Nachrichten vom 23.08.2004

 

Die Geldvernichter

Die Geldverschwender

Wir schreiben das Jahr 2002. Im unendlich erscheinenden Imperium eines weltumspannenden Automobilkonzerns entsteht ein neues Werksgebäude, in dem zuvor noch nie ein Mensch gearbeitet hat. Laut Fabrikplanung sollen nach termingerechter Fertigstellung Motorenteile produziert werden. Unter dieser Maßgabe erhöht die Werksleitung zunehmend den Druck auf Handwerker und Bauleitung. Daran ändert auch nichts die unerschöpfliche, meist sinnlose Änderungswut, der untereinander nicht zusammenarbeitenden, verschiedenen Abteilungen des Auftraggebers. Die eine will es grün, die andere rot, gelb wird es dann gestrichen, um es morgen auf blau zu ändern. Der Schwachsinn hat System und wird im Allgemeinen von unfähigen, schleimigen Bauleitern unterstützt.

Der Chef, der für dieses Bauvorhaben verantwortliche Geldverschwendungskommission, hat mit seinem Team, völlig freie Hand. Sein Ziel, gnadenlos so viel wie möglich Geld zu verschwenden. Einige seiner Leute scheinen dafür eine Ausbildung absolviert zu haben. Er selbst ist ein Mensch, der rigoros seinen Schreibtisch in Ordnung hält. Ein Aktenstapel von links nach recht, der andere von vorn nach hinten und, als genüge das nicht, alle von unten nach oben. Als würde er mit Sachkundigkeit seine soeben erbrachte Leistung prüfen, betrachtet er skeptisch seinen Arbeitsplatz aus sicherer Entfernung, um anschließend mit zufriedenem, wichtigem Gesichtsausdruck, majestätisch den Feierabend zu empfangen. Seine Tagesabläufe ähneln sich, abgesehen vom Besuch eines ranghöheren Geldverschwenders, der seine Selbstherrlichkeit auf andere Art und Weise zur Schau trägt.

Das Projekt „Neubau" führt nicht nur in die dunkelsten Seiten Imperialer Korruption, sondern glänzt durch Selbstdarstellungsorgien und gegenseitige Beweihräucherung. Zumindest wenn sich mehrere Exemplare der Werkseigenen Gattung „Projektleitung" treffen. Ansonsten zählt jeder die Fehler des Anderen auf, natürlich unter Abwesenheit der Betroffenen. Glasklar haben unsere Spezialisten erkannt, das Gebäude braucht ein Dach. Diese Tatsache wurde während einer Baubesprechung protokollarisch festgehalten, damit es nicht in Vergessenheit gerät. „Man muss ein Dach darauf machen" Nicht geklärt ist die Frage, wie muss es konstruiert sein.

Letztendlich übernimmt Harry als Chef der oben genannten Vernichtungskommission die Aufgabe. Er unterbricht sein sinnloses Tun und stürzt sich mit Kollegen sofort auf dieselbe. Wie kann das Dach so konzipiert sein, dass es einhundertprozentig undicht bleibt und nach zwei Jahren komplett saniert werden muss. Für Harry und seine Freunde kein Problem. Umgehend nehmen die Herren ihre Beine vom Schreibtisch, auf dem sie bereits Mulden hinterlassen haben und versuchen, mit den was Mediziner als Hirn bezeichnen, ihrer täglichen Anwesenheit im Büro gerecht zu werden. Nicht immer funktioniert dies, weil das meiste was sie erfinden, bereits vor 20 Jahren Standart war. Das Planziel wird erreicht. Gegen alle Regeln der Baukunst, gegen besseres Wissen erhält eine Firma den Auftrag, die bewusst fehlerhaft gehaltene Dachdichtung aufzubringen. Um ihren kleinen Hintern zu retten, stimmt die Bauleitung dem programmierten Murks zu. Merkwürdig, auch der ausführende Meisterbetrieb in Sachen Dachdeckung, sieht keinen Grund zur Beanstandung der angeordneten Arbeiten. Dem bewusst in Kauf genommener Mangel ging sorgfältige Planung voraus.

Unter anderen wegen Abstimmungsunfähigkeit verantwortlicher Mitarbeiter wird das Gebäude noch während der Bauzeit mehrfach umgebaut, danach erst recht. Besondere Vergabemethoden ermöglicht es immer denselben Firmen an Aufträge zu gelangen. Die Differenz zwischen der ursprünglichen Angebotsumme und der später künstlich aufgeputschten Endsumme der Schlussrechnung wird, wenn es erforderlich erscheint, über wischi - waschi - Nachträge geregelt. Dummheit und Faulheit sind somit vertuscht. Es spielt auch keine Rolle, wenn die Rechnung vorsichtshalber gleich zweimal, in DM und in Euro bezahlt wird.

Das Abrechnungssystem ist außer Kontrolle, völlig chaotisch, zudem undurchsichtig für jeden Außenstehenden. Manche Kontroller morgens nüchtern und unwissend, nachmittags betrunken, dadurch einfach unfähig. Probleme zwischen Auftraggeber und altbekannten Auftragnehmer lassen sich über Mittag, zwischen 11 Uhr und 15 Uhr beim gemeinsamen Umtrunk leicht erledigen. Um 16 Uhr ist ohnehin Feierabend.

Die Machenschaften um den Bau-Ingenieur Andreas B. ist nur die Spitze eines riesigen Eisberges Er wurde auch deshalb gefeuert, weil er sich nicht in das korrupte Gefüge höherer Instanzen einpassen ließ Andreas B, missachtete den Grundsatz, je höher die Position, desto ausgeklügelter die Art der Bestechung Da kann man sich nicht einfach nur vordrängeln um die Hand aufzuhalten Das machen schon andere Diese Positionen müssen erschleimt sein. Um kostenlos komplette Einfamilienhäuser zu erschleichen, muss der Eine oder Andere, schon die sichere und optimale Dauerauftragslage der einen oder anderen Baufirma garantieren. Extrem anfällig für „Entgegenkommende Leistungen" ist der Zentraleinkauf, nebst den für Vergabe zuständigen Mitarbeitern. Um das Wohlwollen derer und die begehrten Aufträge zu erhalten, gehen Millionen über den Tisch, Häuser umgebaut oder saniert Privatwege hergestellt, private Parkanlagen gepflegt. Unternehmen, die sich einbilden auf ehrlichem Wege an Konzernauftrage zu kommen, ziehen die Arschkarte. Es fehlt ihnen schlicht am nötigen Kapital, „Gefälligkeiten" oder „Zuwendungen" abzudrücken, oder im speziell für Manager gemieteten Passagierjet, einmal jährlich zum Shopping nach Mailand zu fliegen.

Nicht zum ersten Mal beweisen Manager eines Unternehmens mit langer erfolgreicher Tradition und normalerweise hohem Know-how, ihre Unfähigkeit. Sie setzten ungestraft Milliarden an Steuergeldern in den Sand Als Belohnung erhalten sie eine Millionenabfindung. Es ist eine Schande, wie angesehene Konzerne solchen Idioten die Führung ins Aus überlassen. Solange diese Herren nicht persönlich zur Rechenschaft gezogen werden, wird sich nichts ändern. Die wirtschaftliche Schieflage in Deutschland hängt nicht nur mit der rückgängigen Auftraglage und fehlender Arbeit zusammen Sie ist auch Ergebnis der Bewegungslosigkeit im mittleren Management. Dessen Aufgabe nicht nur in der Koordination der Arbeiten bestehen kann, vor allem dann nicht, wenn außer einem Stück Papier an der Wand, nichts im Hirn ist. Sie verbreiten Angst durch angeblich sozialverträglichen Stellenabbau, vernichten dabei Arbeitsplatze, Schrecken, wegen dem schlechten Standort Deutschland, durch Standortverlegung ins östliche Billiglohnausland. Ja, was soll das, diejenigen haben es doch so heraufbeschworen, sie wollten es doch so Nun ist das Spielzeug kaputt, jetzt wollen sie es nicht mehr. Im Namen der Globalisierung geben sie Arbeitern den Rest.

Würde manches Unternehmen ihre hoch bezahlten Blindgänger, die allerorts wichtig, mit Akten unter dem Arm, herumlaufen, ohne zu wissen was sie tun, feuern, sähe die Sache bald anders aus Es wäre Geld übrig, um im eigenen Hause Ausbildungen zu finanzieren, Werdegänge zu fördern und wieder Markenprodukte mit dem Zeichen „Made in Germany" begehrenswert zu gestalten. Erfinder müssten Ihre Entdeckungen nicht ins Ausland verkaufen, damit diese später durch die Deutschen wieder teuer zurückgekauft werden dürfen. Allein diese Tatsache ist eine Lachplatte. Einige Manager erhalten ihre Kohle, weil sie das Rad neu erfinden. Sie schaffen es auch, dabei sind sie außerordentlich Stolz auf ihre Leistung. Das Rad wird solange neu erfunden, bis es quadratisch ist. Danach wundern sich dieselben Leute, warum es nicht mehr rollt. Anschließend erfinden sie eine so genannte Findungskommission, deren Aufgabe es ist, heraus zu bekommen, warum das quadratische Rad nicht mehr rollt Alle Kommissionsmitglieder denken lange nach, sie entschließen sich für eine gemeinsam erarbeitete Erklärung. Vorher gilt es jedoch über die Zeit nachzudenken, in der sie sich Zeit zu Nachdenken geben. Nicht so einfach. Dann der Knaller, die Presseerklärung stellt fest, das Rad muss rund sein, dann rollt es wieder. Eine weltbewegende Erkenntnis nimmt seinen Lauf, Patentanmeldung, weltweiter Verkauf. Und siehe da, es gibt noch blödere, die kaufen. Sparen, egal was es kostet, keine Ausgaben sind zu schade, um weitere Geldvernichtungsmöglichkeiten zu finden. Das Zauberwort heißt „Standardisierte - Kosten - Kontroll - Kommission" kurz SKKK. Sie standardisiert vorhandenes Wissen einfach weg um sicher zu gehen, dass Folgeentscheidungen und damit verbundene Schaden richtig ins Geld gehen Damit leisten sie Hobbys einiger Halbklugen Vorschub, die sich mit Zusagen beschäftigen, von denen sie schon vorher wissen, nichts davon ist haltbar. Mit selbstherrlicher Arroganz erklären Sie anderen wie es geht, haben aber nicht die geringste Ahnung, von dem was sie aus dem letzten Seminargelaber auszugsweise von sich geben.

Probleme von Besprechung zu Besprechung mitschleppen, Protokolle schreiben, die kein Mensch liest, im Interesse des eigenen Arbeitsplatzes nichts tun, wer arbeitet macht Fehler, vermeidet Fehler, arbeitet nicht. Man sollte tun, wer ist „man", vergessen, also fühlt sich auch niemand angesprochen. Alles von vorn anfangen, sieht interessant aus, ist aber in Wirklichkeit stink langweilig. Nachbessern, umbauen, noch mal ändern, wieder abbauen, neu konstruieren usw. Keiner weis so genau, warum eigentlich. Der bereits tote Gaul wird vorsichtshalber noch mal tot geritten. Systematisch bereiten sie jeden Schritt in den Abgrund vor Gestern standen sie am Rande, heute sind sie einen Schritt weiter.

Der Gaul ist nun toter Was nun. Sie gründen einen Arbeitskreis um tote Pferde zu analysieren Der Reiter wird ausgewechselt, er bekommt eine stärkere Peitsche. Warum ist das überhaupt passiert, wir haben das Pferd doch immer so geritten, na eben. Sie besuchen andere Orte, Meetings, Seminare um zu sehen, wie dort tote Pferde geritten werden. Die Erhöhung des Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde hilft vielleicht weiter Der Arbeitskreis beauftragt einen weiteren, dessen Team ein Unterteam beauftragt, das tote Pferd wieder zu beleben Der Vergleich mit anderen toten Pferden ist erschreckend, er führt zu neuen Trainingseinheiten, um besser reiten zu lernen. Danach können die Kriterien, die besagen, wie und ob ein Pferd tot ist, geändert werden. Leute von außerhalb, so genannte Fremdfirmen sollen jetzt endlich richtig reiten Eine weitere Findungskommission entscheidet sich für den Zusammenschluss mehrerer toter Pferde, damit sie schneller sind. Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen kann Sie glauben, das alles sei übertrieben, keineswegs. Viele Harrys arbeiten nach diesem Muster

Immer öfter eifern Unternehmen der Regierung nach, sie beschließen, erklären, meist unerklärbar, sie besseren nach In der Schule hieß es einfach „nachsitzen", warum? Meist wegen Dummheit oder Faulheit Zur Entlastung, schon früher war der Satz bekannt „Meister, die Arbeit ist fertig, kann ich sie gleich flicken" Was jedoch mit dem seit Jahren vorherrschenden standardisierten Schwachsinn nichts zu tun hat

Wir wollen keineswegs denen zu nahe treten, die weitab der Realität agieren, ebenso wenig den tot studierten Schon gar nicht den Helfershelfern, den Abnickern, den Schleimbeuteln, die das ermöglichen indem sie den Mund halten, solange sie dabei profitieren. Auch nicht jenen, die 10 % der Baukosten in Höhe von 60 Millionen in eigene oder andere Taschen wirtschaften. Sondern den Leuten, die es wissen müssen und gegebenenfalls ändern könnten, wenn sie wollten. Unter anderem auch der Presse, die teils informiert, zunehmend jedoch manipuliert um sich mit niemand anlegen zu müssen

Zwischenzeitlich hat Harry seine Aufgabe zu vollsten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten erledigt Nach unten getreten, nach oben gebuckelt. Tatkräftig unterstützt durch die Restbauleitung, den Architekten Hartmut D Er ist ein ganz besonderer Ableger seiner Art, von Haus aus unzuverlässig, großspurig, besitzt die unnachahmliche Fähigkeit sich dort einzuschleimen, wo er seine Vorteile vermutet Sie nennen ihn „Löchlesarchitekt". Dort ein Löchlein zu, da eins auf, dann ein Dächlein drauf Seine Argumente dienen zur Verschleierung der Tatsachen, ebenso zum Schutz der für die Planung Verantwortlichen Damit sind alle beteiligten Konzernmitarbeiter aus dem Schneider. Ja wir wollten ja gleich richtig, da sieht man es mal wieder, wenn man auf uns nicht hört. Damit unterstreichen sie einmal mehr ihre vorgetäuschte Wichtigkeit. Die Dachdichtung muss auf Grund erheblicher Mängel sowie aus der sich daraus ergebenden Undichtigkeit, nach zwei Jahren vollkommen abgetragen und komplett erneuert werden. Diesmal nach Vorgabe der anerkannten Baukunst, ist doch absolut logisch. Wer hat da je was anderes behauptet. 3 Millionen Sanierungskosten, gut gemischt mit stichhaltigen Gutachten, dann kann es jemand in die Schuhe geschoben werden, der sicher keine Schuld trägt. Außerdem bezahlt der Steuerzahler, nicht der Konzern. Kein Wort von Standardisierung, Schlamperei oder gar bewusst geplante Steuerabzocke, keine Schuldzuweisung. Wie vergesslich die Menschen doch sind Vergib ihnen nicht, denn sie wissen was sie tun. Monate später erhält Harry seine seit langen erwartete Beförderung. Nun ist er Oberteamchef, jedoch ohne Team. Ein großes, eigenes Büro, ohne Telefon, ohne Computer, aber mit weiter laufenden Bezügen. Feuern? nein, das geht nicht. Er weis zu viel Schließlich handelte Harry auf Anweisung von Oben, oder doch nicht? wird nie in Erfahrung gebracht Es interessiert auch niemand Harry sitzt eventuell im seinem leeren Büro bis zur Rente. Hauptsache er ist unter Kontrolle und hält den Rand. Viel Harrys laufen da rum.

Im konzerneigenen Managertraining zum Thema „Personalführung und Kosteneinsparung" entwickelt der Leiter die Möglichkeit, zusätzliche Mittel, um die Leistung des toten Pferdes zu erhöhen, locker zu machen Seine Studie zeigt die weitere Karriere seiner toten Gäule, die es auf Dauer wohl erforderlich macht, billigere tote Pferde Berater ins Haus zu holen. Seine Ideen, tote Pferde schneller produzieren zu lassen, stoßen auf Begeisterungswellen der Werksleitung. Grundsätzlich ist auch die Frage geklärt, warum seine toten Pferde „besser, billiger und schneller" tot sind als andere. Daraus resultiert die Gründung eines weiteren überflüssigen Qualitätszirkels, um die Verwendung toter Pferde sinnvoll zu gestalten Der Anforderungskatalog toter Pferde, muss parallel zu deren Leistungsprofil überarbeitet werden, damit überhaupt niemand mehr durchblickt. Die ebenfalls neu eingerichtete, unabhängige Kostenstelle für tote Pferde, rechnet rote Zahlen schön schwarz, um sich und den Aktionären bei der bevorstehenden Versammlung einigen Ärger zu ersparen. Alle gemeinsam erklären sie. alle tote Pferde für voll einsatzfähig und reiten weiter.

Die mit hohen Kosten verbundene Unternehmensberatung der Firma MC Bluff" erklärt dem Vorstand, dass sein Unternehmen schlicht Pleite ist Jeder kleine Angestellter oder Mitarbeiter hatte sich ebenfalls so äußern können, allerdings kostenlos. Moment, wahrscheinlich eher umsonst Ähnlichkeiten mit lebenden oder Toten Unternehmen, Personen bzw. Pferde sich rein zufällig und nicht gewünscht Selbstverständlich ist unser fiktive Konzern frei erfunden, wir wissen, dass derartige Darstellungen glatt an der Realität vorbei gehen und nie und nimmer der Wirklichkeit entsprechen. Woher kommt eigentlich die schlechte Stimmung in Deutschland"? Wieso läuft immer mehr schief? Warum ist alles so kompliziert? Haben die Menschen noch Spaß an ihrer Arbeit?

Eine Diskussionen während einer der überflüssigen Baubesprechungen versucht die Frage zu klären, an welcher Stelle des Raumes das Waschbecken angebracht werden soll. Jeder Teilnehmer äußert dazu, rhetorisch gekonnt seine Meinung in gewählter, ausführlicher artikulierender Form Es sind zwölf Dipl.-Ing. Sie geraten sogar in Streit wegen der Kleinigkeit Ich bestimme hier. das muss einmal gesagt sein Sind sie einverstanden, dass ich sie solange unterbreche, bis sie ruhig sind7 Wieso fragen sie mich, was sie tun sollen, so werde ich sie nie los Jeder ist bestrebt, alles was er im Seminar über tote Pferde gelernt hat, anzuwenden Nur. das eigentliche Thema, das kleine Waschbecken, erfährt anlässlich dieser Zusammenkunft keine Losung Alle jedoch sind sich kurz vor Zwölf einig, das als sehr problematisch erkannte Problem muss, laut Protokoll festgelegt, die nächste Sitzung als Eröffnungsthema oberste Priorität eingeräumt werden um nachfolgende Arbeiten, die indirekt oder direkt damit zusammenhängen, in keiner noch so geartete Weise, zu behindern und eventuell den gesamten Bauablauf zu stören Daraus resultierende Folgen durch Terminverzögerung könnten für den Konzern weitweit große. unreparable. Imageschäden nach sich ziehen. Soweit zum kleinen Waschbecken Um festgelegte Normen einzuhalten lädt der Oberprojektleiter einen werksinternen Normungsspezialisten, der zur Klärung der Befestigungsart des Waschbeckens einen Beitrag leisten soll Nach Ablauf seines Vertrages, wie und wieso, so ein Ding an der Wand fest zu machen ist, ruft die Uhr zum Mittagstisch, deren Ruf ohne Einspruch zu befolgen, eine Pflicht darstellt Nach Ablaut" ganzer acht Wochen, in denen keine Einigung zu erzielen war, entscheidet der Bauleiter zum ersten Mal in seiner Karriere selbst, die neue Bleibe des Beckens. Prompt falsch. Zwischenzeitlich neu entwickelte Normen entscheiden genau das Gegenteil.
Vergessen dabei jedoch wurde eine Tür, die durch jene weitreichende Hängeort-Veränderung des Beckens, sich nicht mehr ganz öffnen lässt.

Schlägt eigentlich irgendjemand Alarm, Angesicht der genormten Dummheit? Bespricht oder protokolliert sich so mancher Konzern ins Abseits. Sind Besprechungsteilnehmer immer dümmer? Oderr, die Frage sei erlaubt, an welchen Vorbildern orientieren sich die Leute? Merken sie denn nicht, dass ihre Verhinderungs- oder Bremspolitik geradewegs ins Nichts führt Natürlich klappt nicht immer alles, dafür klappt alles immer weniger. Hat das System? Oder gibt es eine Gesetzmäßigkeit, die besagt, ein Schwachsinn zieht den anderen nach sich Wie haben die Leute denn früher gebaut, Kunde, Architekt, Bauleiter, Meister und Handwerker bildeten meist ein Team. Sie waren sich darüber im Klaren aufeinander angewiesen zu sein Per Handschlag entstanden ganze Wohngebiete, ohne Rechtsanwälte und Richter Schoss jemand einen Bock. haben alle gemeinsam alles wieder zu Recht gebogen Gutes Geld gegen gute Arbeit erschien als Selbstverständlichkeit zwischen allen Beteiligten Subunternehmer die ihrerseits noch billigere Subunternehmer beschäftigen, welche Arbeiten wiederum an Untersubis verschachern, die qualifiziertes Personal erfordert, das sie nicht bezahlen können, gab es nicht Ein Höchststand an Bauschäden verbunden mit unendlichen Kosten. Gerichtsprozessen, Gutachten, Gegengutachten und noch mehr Sachverständigen. scheint in dieser unserer merkwürdig gewordenen Schlamper-Republik, DIN - gerecht zu sein Geldverschwendung, zusammen mit von hinten aufgezäumten Gäulen, ist Standardisiert Manche Zeichner von Werkplänen sollten warten bis das Gebäude steht, um nachmessen zu Können, was in ihren Schund, den sie Bauplan schimpfen, hinein zu Zeichnen ist Vielleicht stimmen dann Maßketten, Pfeiler-, Öffnungs- und Raummaße samt Höhenangaben Allerdings müssen auch Bauherren umdenken, sie sollten wisse, dass kein Goldener Eimer zum Preis eines Blecheimers zu bekommen ist, wer daran glaubt und seinen Glauben durchsetzt, kann schnell in denselben fallen. Droht seinem Auftraggeber die Pleite, kann er unter Umstanden mitgehen. Man könnte ein Buch darüber schreiben.

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