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Selig, wer da liest, wer Verständnis dem Sinne des Wortes dieses
Geschauten entgegenbringt und das Licht der Erkenntnis in seiner Seele lebendig
erhält, denn für einen jeglichen ist die Zeit nahe, zu
jedem Tage und zu jeder Stunde. (2)
Jovian, der das
Wort des
heiligen Evangeliums Gottes
geschrieben hat und dieses Gesicht zu schauen würdig gefunden worden ist, allen
Gemeinden Gottes Christi Gruß
zuvor in Seinem heiligsten Namen und Geiste ! (3)
Gnade, Segen und Friede sei euch allen
von Dem, Der war, Der ist,
Der sein wird und Dessen heiligstem Namen nach wir uns Christianer nennen dürfen,
so wir, in der wahren Erkenntnis Seiner,
auch Sein heiligstes Wort werktätig zu befolgen trachten. (4)
Er, Der allein wahre, allgütige, ewige Gott und Vater alles Lebens liebt
uns Unwürdige so, daß Er, aller Seiner himmlischen
Herrlichkeit sich entkleidend, unsertwegen Mensch ward, um
uns aus der Finsternis des
Irrtums und der Lüge des Todes herauszuführen und allen, die guten Willens
sind, das Licht des
Lebens Seines .Reiches zu geben. (5)
Ihm sei unser Dank, Ehre und Preis in aller Ewigkeit ! (6)
Ich, Jovian, euer Bruder und Mitgenosse in Leid und Freude,
in der Trübsal, immer aber
in der Geduld und im Frieden unseres Herrn , war gefangen auf der Insel Patmos
wegen des Wortes Gottes Christi und des Zeugnisses Seiner ewigen
Wahrheit. Ende März zu Miletus gefangen und Mitte April
im letzten
Jahre des Kaisers Titus,
also auch im ersten Jahre des Kaisers Domitian, im Römer jähre 834 verbannt,
war ich bereits siebenundsiebzig Jahre alt, aber Gott Der Herr gab mir die
Kraft, mit den jüngeren und jungen
Verbannten nicht nur arbeiten sondern auch 30 manchen von ihnen zur
Erkenntnis Der ewigen Wahrheit Gottes
Christi und des wahren ewigen Lebens in Seinem Reiche bringen zu können. (7)
Paulus Agatus, der Verwalter, wußte, daß
ich auf Anklagen und Drangen der
Juden von dem Präfekten Lucius
Anius,der zu Miletus saß, auf unbestimmte Zeit
gefangen und verschickt ward; also horte
auch er mit den Seinen das Wort Der Wahrheit
von Christo und enthob mich bald der ärgsten Drangsal. (8)
Im dritten
Jahre meiner Verbannung, die
Römer schrieben das Jahr 837 (im
dritten Jahre des Kaisers Domitian) am achtundzwanzigsten Tage des Monates Maius
(gleich dem vierzehnten Tage des Monates Däsius = Thargelion der Griechen)
am Tage Des Herrn, war ich allein an dem Felsen und im Reiste bei Ihm,
denn es war der vierundfünfzigste Gedenktag Seiner glorreichen Himmelfahrt. (9)
In Wehmut gedachte
ich Seiner ersten Begleiter
und Apostel, die alle schon bei Ihm waren, als letzter der Bruder Andreas Jonius,
von dem
ich wußte, daß er erst ein
halbes Jahr zuvor zu Patra mit zwei Mitarbeitern am Kreuze starb und in das Reich Dessen aufgenommen ward,
Dessen heiligstes Wesen, Geist,
Leben, Licht, Wort
und Namen wir
unter die Völker trugen, auf daß auch sie der Finsternis des Irrtums
und der
Lüge entrinnen und Den
allein wahren, ewigen Gott in Christo Dem Herrn erkennen, zu ihrem eigenen
zeitlichen und ewigen Heile. (10)
Alles auf Erden Erlebte stieg in meiner Seele auf in lebendigen Bildern,
und das Wüten der
Juden und ihrer scheingetauften Genossen, die, überall für Auchapostel
des Herrn
Jesus sich ausgebend, ihre eigenen Judenchristianergemeinden wider die
wahren Gemeinden Gottes Christi
sozusagen aus
der Erde mit teuflischem Erfolg stampften, hat sich mit einer Bitternis
erfüllt, die 'den Gedanken in meiner Seele aufkommen ließ, Gott, Die
ewige Wahrheit in Christo zu
bitten, auch mich von der Erde zu Sich in Sein
Reich hinwegzunehmen. (11)
Und da ich tränenvollen
Antlitzes diese Bitte im Geiste durch die Seele aussprach, siehe, da sah
ich das unbeschreiblich
wunderbare Licht, wie ich es vor einem Menschenalter bei Seinen Verklärungen
gesehen habe, und in dem Lichte Seine noch
wunderbarer leuchtende heiligste
Menschengestalt, und Er, Seine Rechte auf meine Stirne legend, sprach: (12)
Jovian ! Mein Friede sei mit dir ! (13)
Da warf ich mich vor Ihm nieder und sprach : (14)
Da sprach Er zu mir : (15)
Und da Er noch diese Worte
sprach, ward Er in unendliche Fernen entrückt , und doch sah ich Ihn in immer
derselben Wesensgröße , als stünde Er bei mir. (16)
Es entschwand
meinen Augen vorher schon
die Erde, das Firmament und alles,
was das All dieser Welt genannt wird, und siehe, ich sah da die Unendlichkeit
der Unendlichkeiten nach
allen Seiten hin, ober mir, unter mir, vorne, rück- und seitwärts - es
war zu
schauen wie ein unendliches
Heer ohne Nasser, wie gläsern und doch wesenlos, als
wäre nichts sonst da,
sondern allein Er im Lichte Seines Wesens, Geistes und Lebens, und alle die
Unendlichkeit der Unendlichkeiten von diesem Lichte durchdrungen. (17)
Da fühlte
ich, daß mir jeder Sinn zu entschwinden drohe, denn obwohl
außer Ihm
und dem von Ihm ausgehenden, die Unendlichkeiten
durchdringenden Lichte nichts
Wesentliches da war, war die
Anschauung von einer so unendlich über alles erhabenen Große, Ruhe, Reinheit
und Heiligkeit durch Ihn, daß ich
in der Leer^ des Wesenlosen selbst als wesenlos mich fühlend niedersank und wie
im Traume außer mir denkend sprach : (18)
Und da hörte ich Seine Stimme in mir : (19)
Und da ich
näher und
genauer um mich sah, siehe, da schaute
ich allerlei größere,
kleiner und
kleine, verschiedenartig gestaltete Dinge wie Samen und wie gläsern
durchsichtig, daß ich auch das schauen
konnte, daß
es unter der Schale wie ein Korn aussah -
und da ich nun dasselbe der Dinge in unübersehbaren
und unzählbaren Mengen auch weiter
in den Fernen
sah, sprach ich verwundert und wie im Traume außer
mir denkend : (20)
Und da hörte ich wiedermals Seine Stimme in mir : (21)
Deshalb liegt
es brach, leblos,
unentwickelt, nichtig,
ein Sehe ins ein des
eigenen Seins. - Was
du schaust, war einmal in
der Ewigkeit und du siehst seelisch-geistig alle die Äonen von Zeiten zurück,
die seit dem von Mir für alles das Seelisch-Geistige, mit und neben Mir Seiende geschaffenen
Anfange verflossen und der Ewigkeit eingeschlossen sind. (22)
All dieser Same, von
dem du zwar solche Mengen und doch nicht einmal den allerkleinsten Teil
des Ganzen siehst, ist
einzeln seines eigenen ewigen Seins, ein Same seelischer Schale und geistigen
Kernes, aber ohne Lebenskraft; es war und ist da, erhalten durch ^lein Sein, und
da Ich alledem den Anfang
geschaffen habe, soll es das Leben von und aus Mir empfangen, damit alles, was
seelischen und
geistigen Lesens
ist, mit Mir
da lebe und wirke. (23)
Was du
in alledem siehst, ist die ewige Ruhe, in
der allein Ich tätig war, damit alles
das erhalten bleibe
bis zu dem anfange, den dafür
zu schaffen Ich beschlossen
habe, und
nun sollst
du schauen, wie der Anfang geschaffen ward, und
sehend sollst du den Sinn des Wortes fassen, so Ich sage : Ich bin Der
Anfang ! |
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