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Das
Sterben der ersten Menschenscharen auf Erden war infolge der
Einfachheit und sehr geringen Dichte ihres irdischen
Leibes schmerzlos, einem
Einschlafen, gleich; die lebendige, Seele mit ihrem Geiste
verließ den irdischen, abgebrauchten Leib ohne viel Bedrängnis und ohne
Kampf. (2)
Auch habe
ich erkannt, daß der irdische Schlaf eine Folge der engen Verbindung und des engsten Ineinandergreifens und
Wirkens des seelischen und des
irdischen Leibes ist, die Seele darin nicht
ununterbrochen tätig sein kann, deshalb regelmäßig wiederkehrend eine Lockerung in diesem erstrebt und auch erzielt,
dadurch dem
Geiste die Nützung der irdisch leiblichen Sinne sperrt und durch alles das auch selbst bestimmte Grade des Bewußtseins für
die Dauer dieses Zustandes
einbüßt; daß aber allerlei, mitunter auch
der geringste Einfluß auf
die Gefühle des irdischen Leibes und seine
Sinnesorgane einerseits, wie auch ein Einfluß auf die Gefühle des
seelischen Leibes und seine Sinnesorgane anderseits genügt, um das
engste Ineinandergreifen
beider augenblicklich wieder herzustellen und dem Geiste die Sinnesorgane beider
nütze zu machen. (3)
Als die
ersten Menschen auf Erden starben, das heißt als sich ihre Dreieinheit Seele – Geist - Leben von dem da
getragenen irdischen Leibe
getrennt hatte, siehe, da sah ich manche an der Hand der Engel in die wahre Welt
des Reiches Gottes geführt, andere
dagegen in Welten, die weder
dem himmlischen Reiche noch
den Welten
des Alls dieser Welt mit ihrer Erde zugehörig- sind, und alsbald habe
ich erkannt, daß es Welten des Jenseits sind. (4)
Und mir
ward die Einsicht in alle diese Welten gegeben,
der er es eine große, große Zahl gibt, und da ich hinsah,
stand ich
auch schon in einer von ihnen, die ein ähnliches, ja fast gleiches
Licht hat wie eine der Welten des Reiches Gottes, und von der aus das Himmelreich, anderseits aber,
auch einige ihr ähnliche Welten
des Jenseits zu sehen sind, die aber wie von Stufe zu Stufe eines ändern
Lichtes und auch ändern Wesens sind, und ich
fand sie
von vielen jenen bewohnt, die auf Erden gelebt und dort gestorben sind. (5)
Ich sah
sie Schönes und Reines schaffen, hörte manche von ihnen •über das Geschehen
in der Ewigkeit seit dem
Anfange predigen
und dann alle Gott loben, preisen und Ihm Dank für alles das sprechen,
was Er von Ewigkeit für alles das tut, dem Er
von Seiner
eigenen ewigen Lebenskraft das Leben gegeben hat und das Sein Leben in
sich trägt. (6)
Und da ich
weiter sah und auch schon dort stand, sah ich Welten des Jenseits, die wie von Stufe zu Stufe immer weniger
und immer schwächeres und immer weniger reines Licht haben und auch immer
Weniger reines Wesens sind - und im Schauen immer weiterkommend, sah ich die
Welten des Jenseits immer lichtloser, unreineren Wesens, wie von Stufe zu Stufe
schattenvoller, düsterer, und erschrak heftig, als ich sah, wie steigernd
düster die
noch weiteren Welten sind,
und deren letzten fast nichts mehr eigen ist,
was ein
Licht genannt werden könnte. (7)
Ich aber
fand mich im Schrecken plötzlich dort
' und entsetzt wandte ich mich zur
Flucht; da aber sah ich .in
unermesslichen Fernen über allen den Welten des Jenseits, aber auch über der
ganzen Schöpfung des die Erde einschließenden Alls die wahre .Welt Seines
Reiches und Ihn, mitten am Firmamente des Himmels,
in unbeschreiblich und
unaussprechlich wunderbarem Lichte Seiner
Kraft mit erhobenen Armen
stehen, Sein heiligstes Angesicht mir zugewendet. (8)
Da
wich aller
Schreck und
das Entsetzen
einer Seligkeit Seines heiligen Friedens, ich fiel auf den unreinen
Boden der
wie finster bedrohend aussehenden Welt und horte
Seine Stimme
in mir : (9)
Aufstehend
wandte ich mich um
und da sah ich in den
Fernen das Reich des Pfuhles höllischer
Finsternis, dessen
Schöpfer und die Seinen im
Schaffen; ein Schaffen, wie
solches nur
derjenige und diejenigen aushecken können, deren Geist, Wille,
alles Sinnen und Trachten
wider Gott Die ewige Wahrheit und wider alles gerichtet ist, was Er tut und schafft. (10)
Und siehe,
da sah ich, daß der Pfuhl höllischer
Finsternis auch sein Licht hat, ein Licht von unzähligen,
wie blutroten
und schwefelgelben Feuerflammen,
die von
Scharen der
Teufel durch allerlei Dinge
gezeugt und erhalten werden, damit es Licht
in der Finsternis sei; - sie
selbst aber gehen auch durch die
feurigen Zungen, fahren darin hin und her, auf und nieder,
und so
sie des Schöpfers
alles dessen
ansichtig werden, werfen sie
sich nieder und mit erhobenen Händen
schreien sie : (11)
Und ich
sah einen ungeheueren Thron, vorne, hinten, seitwärts
und an seinen Ecken
umgeben vom
Lichte allerlei
wie Schlangen sich windenden Feuerzungen, fahlgelb und
blutrot, und
es waren vor,
hinter, seitwärts aber auch oberhalb des Thrones
Flächen wie Spiegel, die das fahlgelbe und blutrote Licht tausendfach
verstärkt auf den Thron warfen; da
erhob sich
von vielen
Seiten dasselbe
Geschrei, und ich sah den alten Drachen,
den Satan,
der mit einer Schar seiner
Großen kam, den
Thron bestieg,
sich darauf
setzte und die Seinen um ihn herum an
die Ecken, Säulen und
Stufen des Thrones. (12)
Angetan
mit glänzendem Gewande, hatte er um die
Brust einen wie goldenen Gürtel,
seine Füße wie im Silbererze und in
alledem brach sich zuckend das flammende
Licht der
feurigen Zungen, daß es
schien, als gingen von ihm Blitze aus; sein
Haupt, Mund,
Kinn und die Wangen hatte er
mit weißem Haar, ähnlich
weißer Wolle, gedeckt, und
aus seinem Munde hing die Zunge, wie ein
zweischneidiges Messer, an jeder seiner Seite aber
hing ein
zweischneidiges Schwert. (13)
Da ging es
aus seinem
Munde, als wären es
sieben kleine, aus sich
selbst weiß leuchtende
kleine Sterne, und er
griff hin und warf sie unter
den Sitz des
Thrones; die
größten der Seinen
sprangen aber
auf; ergriffen hinter dem
Throne stehende
sieben wie goldene Leuchter, stellten sie vor ihm hin, legten
oben wie Feuerzungen
auf, und siehe, da sah ich
auf den
Leuchtern sieben Worte der Lästerung
geschrieben wider Gott. (14)
Und da ,er und alle um ihn her in dem fahlgelben und blutroten Scheine
der Feuerflammen selbst wie brennend aussahen, tat er seinen Mund auf, und mit
einer .dem Krächzen der Aasvögel im Sturme ähnlichen Stimme sprach er : (15)
Und da er noch also sprach, erhoben sich seine Großen, schlugen mit großen
Schlögeln auf riesige, wie aus glänzendem Erz gegossene Scheiben, und andere
Ihresgleichen ließen Röhren wie Posaunen ertönen, derer schauriger Schall
weithin drang. (16)
Und siehe, es kamen von zwei Seiten Scharen der Seinen, angetan mit
Panzern und Helmen, zwei riesige Heere gerüstet mit Wehrgehängen, die ich nie
zuvor gesehen habe, und als die, um den Thron Sitzenden, ihre Hände hebend,. zu
schreien begannen : (17)
Gleich
aber weckten mich entsetzliche Schmerzensschreie und ein Gebrülle mit
wildem Gelächter gemengt, und als ich mich umwendend hinsah, sah ich unzählige
der Kämpfer mit grässlichen Wunden am Boden in Qualen sich winden, ja manche
auch vor Schmerz weiter sich selbst zerfleischen, .worüber ihre Überwinder in
immer neues Gelächter ausbrachen. (18)
Und da es der besiegten Wundbedeckten viele Hunderttausende gab in
Haufen, fiel mir ein, daß viele im Blute der andern ertrinken müßten, aber
siehe, ich sah kein Blut, auch nicht bei den am ärgsten - Zerfleischten, und es
waren auch die offenen Wunden nicht rot, sondern schvärz1ich im Lichte der
fahlgelben, und roten Feuerzungen schrecklich anzusehen. (19)
Der aber auf dem Throne saß, hob seine Hand und, rief : (20)
Und es hob allseits ein Gebrüll an wie des Sturmes Grollen
und Donnern : (21)
Darüber
sah ich, daß inzwischen Teile der Welt höllischen Pfuhles finster geworden
sind, und schon merkte es auch der auf dem Throne sitzende Drache, der
alsogleich aufsprang und voll grimmigen
Zornes jenen zu fluchen begann, denen die Wartung und Erhaltung des flammenden Lichtes oblag, und alle um ihn her
zitterten vor seinem Grimme. (22)
Sein Zorn
legte sich erst, als die finsteren Teile seiner Schöpfung in dem flammenden
Lichte neuerlich erhellt wurden,
und er sprach : Darnach setzte er sich und sprach zu jenen, die um ihn her auf
den Stufen und Ecken des Thrones saßen: (23)
Ihr lasset
euch ringsum meines Thrones vierundzwanzig kleinere Throne bauen, ebensoviel weiße
Gewander und goldene Kronen machen, zu jedem Throne sieben flammende Leuchter,
welche die sieben Kräfte meines Geistes anzeigen. (24)
Die Throne
werdet ihr .aber erst dann besteigen, so ihr jene Scharen gefunden, oder mir die
sichere Nachricht gebracht habt, was aus ihnen geworden ist, die mir und auch
euch aus dem von mir verfluchten Reiche der Untertänigkeit und desselben
Einerlei in so unübersehbaren Mengen nachgezogen sind, wie wir es gesehen
haben. (25)
Die bisher
sie zu suchen Ausgesandten kamen stets nichtswissend zurück; nun aber wählet
ihr euch ein jeglicher eine Schar und, sie führend, werdet ihr nach jenen emsig
weiter suchen, denn irgendwo müssen sie zu finden sein; der erste von euch, der
eine sichere Nachricht über sie oder sie selbst herbeibringt, wird auf meinem
Throne neben mir sitzen - und seinen Thron wird derjenige für ihn einnehmen ,
den er von den Gefundenen als ersten herbeibringt. (26)
Noch ist
es nicht die Zeit, daß ich diese meine Schöpfung verlasse, um nach denen, die
mir und euch nachgefolgt sind, uns aber nicht erreicht haben, selbst Nachschau
zu halten; also sende ich euch und erhoffe besonders von euch vier Lebendigen
und mit mir Schaffenden, daß ihr nicht eher wiederkommt, bis daß ihr jene
gefunden und gebracht habt, die mir nachgegangen sind und mein werden. (27)
Da fuhren
die, welche er die Lebendigen und Schaffenden genannt hatte, hinter den Thron,
und als sie wieder hervorkamen, waren sie zur Unkenntlichkeit vermummt, lächerlich
und auch schrecklich anzusehen,
denn der erste dieser Lebendigen trug den Mummenschanz
wie eines Löwen mit offenem Rachen, heraushängender roter Zunge
und sieben schrecklich langen Zähnen,
der zweite den
Mummenschanz eines
Stieres mit sieben starken, scharfen Hörnern und sieben Schwanzquasten, der
dritte trug über seinem eigenen Kopfe eine Maske, ähnlich dem Antlitze eines
finsterblickenden Menschen, aber mit siebenfachem
Munde der vierte den Mummenschanz wie eines Adlers,
mit sieben
scharfbekrallten Fängen auf jedem seiner Füße, jeder der vier trug
sechs Flügel und alle vier waren
von oben bis unten, vorn, hinten und auf
den Seiten voll und voll gemachter Augen, die
wie zuckende
Feuerflammen leuchteten. (28)
Sie traten
vor den Thron des alten Drachen, der sich durch
den Mummenschanz des weißen Hauptes und Haares das Zeichen eines
ungleich größeren Alters vor den ändern gab, und, mit den vermummten Händen
- die Flügel hebend, riefen sie : (29)
Und sie
fielen mit den zwanzig ändern nieder und beteten ihn an rufend : (30)
Da stand
er auf, erhob seine zu Fäusten geballten Hände, und, verzerrten Antlitzes in
den fahlgelben Schein des. finsteren Firmamentes
seiner Schöpfung aufblickend, schrie er : (31)
Die
vierundzwanzig seiner Großen erhoben sich, ein jeder rief eine Schar darauf wie
schon Wartender zu sich, und wie in Sprüngen
strebte ein jeglicher
mit seiner Schar in eine andere Richtung aus dem Pfuhle
des Reiches der Hölle hinweg, dem finsteren Firmament e zu, welches die
Welt des alten Drachen begrenzt. |
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