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Inhaltsverzeichnis dieser Struktur
Der
Z-PLAN von Admiral Wilhelm Canaris.
Eines
der letzten weitgehend ungelösten Rätsel aus der Ära des Dritten Reiches ist
nach wie vor der Z-PLAN der deutschen Abwehr, ins Werk gesetzt von Admiral
Wilhelm Canaris: Z-Plan - Ziel-Plan - Zukunfts-Plan.
In der
allgemeinen militärhistorischen Literatur wird der Begriff 'Z-Plan' als
Bezeichnung für ein frühzeitig aufgegebenes deutschen Flottenrüstungsprogramm
erwähnt. Damit hatte der Z-PLAN
nichts zu tun -
Zunächst
ist eine Betrachtung der Persönlichkeit des Chefs der Abwehr, des großdeutschen
Geheimdiensts, nötig: Admiral Wilhelm Canaris. Heutzutage
gilt er allen Seiten als undurchschaubar. Die einen behaupten, er sei ein
Widerständler gegen den Nationalsozialismus gewesen - wofür es keinen einzigen
stichhaltigen Beweis gibt. Die anderen meinen, er wäre aus dem Hintergrund
einer der ambitioniertesten Helfer Hitlers gewesen. Auf alle Fälle war er ein
engagierter Patriot. Es trifft zu, daß Wilhelm Canaris sich mit Adolf Hitler
ausnehmend gut verstand, dem er seine bedeutende Karriere verdankte, ebenso mit
Heinrich Himmler. Weltanschaulich war Canaris das, was als rechts-konservativ
bezeichnet werden kann. Die Demokratie lehnte er schon seit der Weimarer Zeit
entschieden ab. Er war aber auch ein Gegner des Totalitarismus und verwendete
sich beispielsweise für die anständige Behandlung russischer Kriegsgefangener.
Wilhelm Canaris war dem Dritten Reich sicher loyal und vertrat grundsätzlich
auch dessen Ideen, doch dem 'realexistierenden Nationalsozialismus' stand er
nicht unkritisch gegenüber. Vielleicht
ist es am besten, an dieser Stelle zu zitieren, was Rudolf J. Mund in seinem
Werk "Vom Mythos der Schwarzen Sonne" schreibt: Wilhelm Walter Canaris, geboren am 1. Jänner
1887 in Aplerbeck, Kreis Dortmund, ins Unbekannte eingegangen am 9. April 1945
im Konzentrationslager Flossenburg. Dazwischen lag ein Leben voll von so ungeklärter,
zwielichtiger Konzeption, wie es nur das der großen Initiierten oftmals sein
kann, ja sein muß. Als Admiral und deutscher Offizier stand er an der Spitze
einer gigantischen Organisation, die unter dem Namen 'Abwehr' zum
geschichtsbildenden Faktor de Zweiten Weltkriegs ward. Er wuchs jedoch weit darüber
hinaus. Für ihn war diese Organisation Vorhof manches Vertrauten, den er in
eine ganz andere Aufgabe einführen wollte. Man hat versucht, diese Aufgabe als
Weltorganisation deutscher Einflüsse zu definieren. Sie war und ist mehr als
das. Canaris war ein geschichtliches Regulativ, das sich weder der NS-Aggression
noch der Widerstandsleistung ganz verschreiben konnte. Deshalb gilt er vielfach
nach beiden Seiten als Verräter. Er war es nicht, denn er diente der
unbekannten, übergeordneten Aufgabe. Er war das, was Dr. H. Fritsche vielleicht
als "merlineske" Persönlichkeit bezeichnen würde. Sein Abtritt von
der profanen Weltbühne fügt sich harmonisch in dieses Bild. Wir wissen nicht,
welchen Mysterien Canaris angehörte, aber wir fühlen und erkennen ihn als
einen der großen Realesoteriker unseres Jahrhunderts. Wir verspüren sein Genie
und sein legendäres Schnelldenken an allen Ecken und Enden unserer Gegenwart.
Es liegt etwas von seinem feinen, sensiblen Humor in der Luft. Wir entbieten
ihm, der unserer Zeit so sehr das Siegel seiner Persönlichkeit aufzudrücken
vermag, unseren Gruß: Möge Dir die Schwarze Sonne noch lange
leuchten. Die
Frage, welchen Mysterien Wilhelm Canaris angehörte, läßt sich zumindest
insoweit beantworten, wie er u.a. mit jenem 'magischen Damenkreis' in Verbindung
stand, der - intern - auch 'Vril - Gesellschaft' genannt wurde. Ein weiterer
Hinweis mag sein, daß er die Schwarze Sonne in das Siegel seiner Organisation
'Kette' aufnahm. Bezüglich
der Umstände um sein Verlassen dieser Welt gibt es viele Unklarheiten. Die
Hinrichtung ist offenbar ohne Befehl von oben durch Über-eifrigen erfolgt.
Canaris besaß bis zuletzt das Vertrauen Himmlers und wahrscheinlich auch
Hitlers. Einiges spricht dafür, daß die Inhaftierung überhaupt nur eine
Tarnungsmaßnahme war, denn Canaris konnte von dort aus ungehindert seine Pläne
weiter verfolgen, sogar mit zunehmender Unterstützung durch die SS und Himmler.
Es gibt auch nicht den geringsten glaubhaften Hinweis auf einen Verrat
(angebliche verräterische 'Canaris-Tagebücher' gab es nie, sie sind eine
Erfindung der Nachkriegszeit). Menschen, die Wilhelm Canaris besonders nahe
standen, schließen nicht aus, daß er seine Hinrichtung selbst inszenierte, um
nicht in Feindeshand zu geraten - und zugleich, um seine Geheimnisse vollkommen
zu decken; denn wenn der Feind ihn für einen NS-Gegner hielt, würde das die
beste Tarnung gewesen sein ... Wie es
sich im einzelnen wirklich verhielt, das wissen wir nicht - weil Admiral Canaris
nicht wollte, daß es irgend ein Außenstehender es weiß. Was wir jedoch wissen
- bis zu einem gewissen Grade -, bezieht sich auf seinen Z-PLAN, auf dessen
Ursprung und Ziel. Gegen
Ende 1941 wurden durch die Ausweitung des Kriegs mit Rußland und den USA die Kräfteverhältnisse
für Deutschland immer ungünstiger, von einem schnellen Sieg konnte keine Rede
mehr sein. Die politische Führung erkannte dies nicht. In Erwartung eines
schnellen Siegs wurde von dieser die folgenschwere Entscheidung, alle neuen Rüstungsprogramme
zu stoppen, die nicht binnen eines Jahres Frontreife erlangen konnten.
Insbesondere für die Luftwaffe und die U-Boote mußte sich dies verhängnisvoll
auswirken. Menschen wie Canaris und andere weitsichtige Offiziere, ebenso
Techniker und Industrielle sahen die Gefahren sehr klar. Wichtige neue
Entwicklungen, etwa die als neuer Standardjäger geplante Me 309 und auch der Düsenjäger
Me 262, ebenso andere fortschrittliche Waffensysteme, sollten laut Führungsentscheidung
nicht weiterbetrieben werden; noch immer glaubte die Regierung an einen baldigen
Sieg, und offener Widerspruch war zu jener Zeit kaum möglich. Zu diesem
Zeitpunkt erwiesen sich die deutschen Waffen dank des technischen
Gesamtvorsprungs denen der Gegner noch als überlegen. Doch die Feindmächte
arbeiteten mit Hochdruck an neuen Waffengenerationen. Die Deutsche Industrie tat
dies aus Eigeninitiative ebenfalls - jedoch ohne Unterstützung durch die Führung. Diese
Lage erfüllte Admiral Canaris mit Sorge - zumal bereits Vernichtungsabsichten
einflußreicher Kreise in Amerika gegen das deutsche Volk insgesamt bekannt
geworden waren, wie etwa der 'Kaufman - Plan'(-> Nahum Kaufmann : „Germany
must perish“ (ein Vorläufer des Morgenthau - Plans)). Canaris' Geheimdienst
hatte umfassende Informationen aus dem Ausland beschafft, die in vielerlei
Hinsicht alarmieren mußten. Deutschlands neue Hauptgegner. Rußland und die
USA, kannten nicht nur keinerlei Rohstoffknappheit, sondern verfügten auch über
enorme Produktionskapazitäten. Diesbezüglich war nicht nur Amerika, sondern
auch Rußland ein gefährlicher Gegner. Geheimdiensterkenntnisse hatten überdies
ergeben, daß Rußland auch in technischer Hinsicht ein besonders
ernstzunehmender Gegner war. Die zu erwartenden neuen russischen Panzer (T 34)
und Flugzeuge (Jak 3/9 und Lagg 5) würden besser sein als die westlichen, und
sie waren 1942/43 in großen Stückzahlen zu erwarten. In Amerika wurden neue,
weitreichende Jagdflugzeuge entwickelt; die den gegenwärtig eingesetzten
deutschen gleichwertig oder sogar überlegen sein würden (P 47 und P 51). Für
1942/43 mußte damit gerechnet werden, daß große amerikanische Bomberverbände
von tausenden Jägern begleitet das Reich angreifen Würden. Canaris verfaßte
zu alledem eine Denkschrift mit besonderer Betonung darauf,
daß der Krieg durch die Luftherrschaft entschieden werden würde, Deutschland müßte
also seinen Vorsprung insbesondere bei den Jagdflugzeugen unbedingt halten und möglichst
noch vergrößern (hier hat sicherlich auch die persönliche Bekanntschaft
zwischen Admiral Canaris und General Galland eine Rolle gespielt). Bei der
Führung, namentlich bei Hermann Göring, stieß dieses mahnende Papier auf
Ablehnung. Es entsprach dem, was Adolf Galland (General der Jagdflieger) erst
wenige Wochen zuvor dargelegt hatte und sich dafür als "Defätist"
beschimpfen lassen mußte. Hitler selbst erklärte, sein Interessensgebiet sei
der Landkrieg, die Luft wäre Görings Angelegenheit.
In den
Monaten September bis Dezember 1941 führte Admiral Canaris Gespräche, teils
persönlich, teils telefonisch, mit verschiedenen ebenfalls besorgten Persönlichkeiten,
so u.a. Adolf Galland, Erich von Manstein, Karl Dönitz, Valerio Borghese,
August von Mackensen, Rolf Engel, Eugen Sänger, und Traute A.* sowie mit führenden
Vertretern der Industrie, u.a. von Arado, Dornier, Focke-Wulf, Heinkel, Siemens,
Henschel, Daimler-Benz, DSF, Gotha (wahrscheinlich auch Junkers, Blohm &
Voss, Messerschmitt und Fiat, was jedoch ungewiß ist). Ferner führte Admiral
Canaris in dieser Angelegenheit ein Gespräch mit Heinrich Himmler, der die
technische Truppe der SS anwies, ggf. mit der Canaris-Initiative
zusammenzuarbeiten, wozu es jedoch vorerst nicht kam. Es wurde
beschlossen, einen Fonds zur Förderung neuer, technisch besonders
fortschrittlicher Waffen zu schaffen. Daran beteiligten sich die Firmen Arado
(nebst Antriebstechnische Werkstätten), Dornier, Heinkel, Siemens,
Daimler-Benz, DSF und Henschel sowie die 'Abwehr' des Admirals Canaris, also der
deutsche Geheimdienst. Das Projekt wurde in der Abteilung 5 - auch Abteilung Z
genannt- der Abwehr organisiert, es erhielt die Bezeichnung "Z-PLAN"
(Ziel-Plan). Die so gegründete Organisation bekam den Namen "Die
Kette." Sie war eine Angelegenheit strengster Geheimhaltung, jedoch
durchaus mit Duldung durch die Führung, Hitler und auch Himmler wurden
informiert. Fortan
beschäftigte sich die Abteilung Z des großdeutschen Geheimdiensts mit nichts
anderem mehr als der Verwirklichung des Z-Plans. Dieser sah Die
Aufgabenteilung innerhalb der Kette war, daß die Abwehr Devisen und schwer zu
beschaffende Rohstoffe besorgte und gleichsam die Abschirmung sicherte, während
die Techniker und Industriellen für die Verwirklichung der Projekte sorgten und
die Offiziere praktischen Rat gaben. *
Der
Nachname wird mit Rücksicht auf die Familie nicht genannt. Aus
dieser Initiative resultierten u.a. folgende Projekte: Die
geheimsten Projekte des Z-Plans waren zweifellos die Ar 555, die Fw Neos, die He
1078 und die Vr - Geräte - die "Vril" - Raumschiffe. Die
Produktionsstätten dieser Waffen lagen, so weit bekannt, in Brandenburg,
Niederbayern, im Raum Dresden, Krefeld und in der Steiermark. Einige
dieser Projekte kamen über das Planungsstadium nicht hinaus, andere gelangten
bis zur Frontreife, verschiedene wurden noch mit Erfolg eingesetzt. Zu einer
umfassenden Unterstützung der Z-Plan-Projekte und Übernahme für den
Fronteinsatz kam es jedoch nicht, im Gegenteil, Maschinen wie die He 219 oder
die Do 355 wurden behindert; nur die Fw 190 D und, sehr spät, die Ar 234 sowie
die Marschflugkörper können als ein praktische Resultate der Initiative
bezeichnet werden. Als bei der Führung endlich die Erkenntnis der Notwendigkeit
neuer Waffen durchdrang, wurden solche bevorzugt, die nicht aus der privaten
Z-Plan-Initiative hervorgegangen waren. So die sicher wertvollen V1 und V2 und
die zweifellos hervorragende Me 262, die allerdings um Jahre zu spät
wahrgenommen und dann auch noch falsch eingesetzt wurde. Zu spät ging auch die
Ju 188 in Serie gegangene sowie weitere Maschinen insbesondere von Messerschmitt
und Junkers, die überwiegend nicht mehr zur Frontreife gelangten. Hier ist auch
der "Amerikabomber" Me 264 zu nennen, der zwar etwa der amerikanischen
B 29 entsprach, aus deutscher Sicht jedoch schon im Entwurfsstadium veraltet war
und auch im Falle der Fertigstellung ohne weit-reichende Begleitjäger verloren
gewesen wäre. Arado und Focke-Wulf boten sehr viel bessere Lösungen an; auch
das Daimler-Benz-Projekt Z/E hätte den Zweck besser erfüllen können.
Inwieweit die Vr - Geräte (Rundflugzeuge/'Flugscheiben') rechtzeitig zur
Fronttauglichkeit hätten gebracht werden können, ist schwer zu beurteilen (es
ist im übrigen auch nicht restlos sicher, ob die VR-Geräte wirklich
Flugscheiben waren). Diesbezüglich setzte man womöglich mehr auf die
BMW-Entwicklungen und auf die H-Geräte (Haunebu / Hauneburg) der technischen
Truppe der SS, die auch an der Kraftstrahlkanone 'Donar' arbeitete. Endlich
zum Jahreswechsel 1943/44 dürften auch in Kreisen der politischen Führung
erstmals ernsthafte Sorgen bezüglich der Kriegsentwicklung wach geworden sein.
Es kam zu einem Treffen führender Köpfe der 'Kette' und der technischen Truppe
der SS und wahrscheinlich sogar zu einem Gespräch mit Adolf Hitler selbst. Das
Ergebnis war ein partielles Zusammenwirken, über dessen Einzelheiten jedoch
nicht viel bekannt ist. In der
zweiten Hälfte des Jahres 1944 kam es zu einer Veränderung in der Struktur der
Kette - aus dem Forschungsförderungsfonds wurde ein Geheimbund. Admiral Canaris
war unter Verratsvorwurf inhaftiert worden. Insbesondere Dank Himmlers
ungebrochenem Vertrauen in ihn, konnte er seine Arbeit jedoch weitgehend
unbehindert fortsetzen. Die Hinrichtung von Canaris am 9. April 1945 erfolgte höchstwahrscheinlich
ohne Befehl von Hitler, auf alle Fälle ohne Wissen Himmlers. Beginnend
mit Sommer 1944 nahm der Z-PLAN eine neue Gestalt an, aus dem Ziel-Plan wurde
der Zukunfts-Plan - die Schaffung allerletzter Reserven, die
auch nach einer militärischen Niederlage
des Reiches noch wirksam werden konnten - eine 'Kette', die notfalls über
mehrere Generationen halten mußte! Für diesen neuen, sehr weitreichenden
Z-PLAN wurden ausgedehnte unterirdische Anlagen geplant und zumindest teilweise
fertiggestellt. In diesen Anlagen wurden die letzten Geheimwaffen des Großdeutschen
Reiches für einen eventuellen Gegenschlag bereitgehalten, um Kaufman - und
Morgenthau - Plänen vorzubeugen - und darüber hinaus, um in Zukunft der
Wiedererhebung des deutschen Volkes eine Grundlage zu geben. Während
seiner Inhaftierung unterhielt Canaris besonders engen Kontakt zu Himmler,
beziehungsweise dieser zu ihm. Es ist anzunehmen, daß in der sich abzeichnenden
Schlußphase des Krieges nun alle Kräfte zusammenwirkten. Die bei der
technischen Truppe der SS in Wiener Neustadt entwickelte 'Kraftstrahlkanone' dürfte
zur Ausrüstung der wahrscheinlich in einsatzbereitem Zustand vorhandenen
Einzelstücken der Vr 7, außerdem wurden einige Ju 288 und Do 317 mit dieser
Waffe bestückt. Somit verfügte das Reich über einige wenige, jedoch äußerst
wirksame Waffen für einen eventuellen letzten Gegenschlag. Parallel
zu diesen Bemühungen des Z-Plans fand die Weiterführung von Projekten statt,
die bereits früher aufgenommen worden waren: Die überseeischen Stützpunkte
des Großdeutschen Reiches. Auch
hier war die Initiative von Wilhelm Canaris ausgegangen. Schon während des
Ersten Weltkriegs hatte er mit dem Kreuzer 'Dresden' die antarktische Region
bereist und auch zur Antarktis gehörende vorgelagerte Inseln betreten. Der
Gedanke, daß geheime Stützpunkte dort für Deutschland sehr wertvoll sein müßten,
kam ihm schon damals. Seit
1936 rechnete Canaris mit einem gegen Deutschland gerichteten zweiten Weltkrieg.
Insbesondere die geheimdienstlich beschafften Informationen über die
strategische Rüstungspolitik Großbritanniens und der USA erhärteten diese Befürchtung.
Seine Warnungen fanden bei der deutschen Regierung jedoch kein Gehör, die
deutsche Rüstung blieb rein taktisch ausgelegt, nur für begrenzte Konflikte
geeignet. Allein
der damalige Großadmiral Reader teilte Canaris' Befürchtungen. Er unterstützte
die Idee geheimer überseeischer Stützpunkte. Damit wurde der Grundstein für
die deutsche Antarktis - Unternehmung gelegt, die 1938 zur völkerrechtlichen
Inbesitznahme des Gebiets 'Neuschwabenland' für das Großdeutsche Reich führte. Gleichfalls
schon vor Kriegsausbruch hatte Admiral Canaris einen deutschen Geheimstützpunkt
auf den Kanarischen Inseln ins Werk gesetzt. Dazu hatte er sich mit dem dort
lebenden Deutschen Gustav Winter ins Einvernehmen gesetzt. Unter stiller Duldung
der befreundeten spanischen Regierung, wurde die Halbinsel Jandia auf
Fuerteventura zu einer deutschen Luft-Basis ausgebaut (später, in
Zusammenwirken mit Karl Dönitz, soll Jandia auch zur Versorgung von U-Booten
genutzt worden sein). Jandia,
im Atlantischen Ozean gelegen, war ein idealer Stützpunkt zur Zwischenlandung für
weitreichende See-Fernaufklärer (Fw 200 C). Es dürften auch einige deutsche
Flugzeuge zeitweilig auf Jandia fest stationiert gewesen sein; zumindest zwei Me
110, deren Hauptaufgabe es darin bestand, eventuell erscheinende feindliche
Fernaufklärer abzuschießen, noch ehe solche das Geheimnis hätten weitermelden
können. Später soll diese Aufgabe von zwei oder drei Ar 240 wahrgenommen
worden sein, gegen Kriegsende womöglich durch zwei Do 335 verstärkt. Hier
handelte es sich um Prototypen besonders leistungsfähiger Flugzeuge, die jedoch
nicht zur Serienfertigung gelangt waren. Unbestätigten Berichten zufolge
sollen dort auch einzelne Ju 390, P 108 (italienisch), Do 317 und Flugboote Bv
222 auf dem Weg nach Neuschwabenland Station gemacht haben, möglicherweise auch
auf Flügen nach Südamerika, wo seitens der SS namentlich in Peru an einem
weiteren Geheimstützpunkt gearbeitet worden ein soll. Auf
jeden Fall tat der geheime Stützpunkt Jandia auf Fuerteventura gute Dienste.
Unbestritten ist, daß dieser auf Canaris zurückging. Wäre dieser Mann ein
Verräter gewesen, so hätte der Gegner sicher nicht erst Monate nach Kriegsende
entdeckt, daß sich dort ein deutscher Stützpunkt befand. Inwieweit
die überseeischen Basen mit dem Z-PLAN in Verbindung stehen, ist ungewiß,
wahrscheinlich in keiner direkten. Die Mittel des Z-Plans dürften in
unterirdischen Anlagen in der Heimat konzentriert worden sein, in der heutigen
Bundesrepublik Deutschland und in Österreich. Daß solche geheimen Anlagen
existieren, ist längst kein Geheimnis mehr - wo sie sich aber befinden und was
sie enthalten, das ist noch immer ein großes Geheimnis. |
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